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Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
(Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Art. 1)
amnesty international in Stuttgart - Gruppen 1049, 1532 und 1549

Briefe und Eilpetitionen

Hier finden Sie Briefe und Eilpetitionen zu aktuellen Fällen. Die aktuellen "Briefe gegen das Vergessen" werden hier i.d.R. etwa zur Monatsmitte bereitgestellt. Sie können sich diese Briefe direkt herunterladen und mit Ihrem Textverarbeitungsprogramm bearbeiten. Die Dateien liegen als RTF vor, einem Format für Textdokumente, welches mit den meisten Textverarbeitungsprogrammen unter allen gängigen Betriebssystemen (auch Linux oder Mac-OS) funktionieren sollte. Die Dokumente sind jeweils nur wenige KiB groß.
Eine kleine Anleitung zum Ändern/Erstellen der Briefe gibt's hier. NEU seit 1.1.2015: Hinweis: Derzeit kostet das Briefporto (Standardbrief und Postkarten) ins gesamte Ausland einheitlich 80 Cent. Weitere aktuelle Informationen zum Briefporto gibt es direkt beim Portokalkulator der Deutschen Post.

Briefe gegen das Vergessen - Juli 2016

Briefe gegen das Vergessen - Was ist das? Hier weitere Informationen.

Indonesien

Johan Teterissa, ein Grundschullehrer und politischer Aktivist aus der indonesischen Provinz der Molukken, leistet derzeit eine 15-jährige Haftstrafe in der Strafvollzugsanstalt Batu auf der Insel Nusakambangan in Zentral-Java ab. Er wurde am 29. Juni 2007 festgenommen, nachdem er gemeinsam mit 22 weiteren politischen Aktivist_innen in Ambon, der Hauptstadt der Provinz der Molukken, an einer friedlichen Demonstration teilgenommen hatte. Die Protestveranstaltung fand vor den Augen des damaligen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono statt, der einer Feier anlässlich des Nationalen Familientags beiwohnte. Während der Feier führten unter der Leitung Johan Teterissas mehrere Aktivist_innen - überwiegend Lehrer_innen und Landarbeiter_innen - einen traditionellen Kriegstanz auf und hoben am Ende die verbotene "Benang-Raja"-Flagge, die für die Unabhängigkeit der Südmolukken steht. Johan Teterissa wurde während seiner Festnahme, in Haft und bei seinen Verhören von Polizeikräften gefoltert und anderweitig misshandelt. Johan Teterissa gibt an, dass man ihn mit Waffen geschlagen und ihm einen harten runden Gegenstand in den Mund gesteckt habe, von dem er dachte, es sei eine Granate gewesen.
Gegen ihn und die übrigen Aktivist_innen erging Anklage wegen "Rebellion" (makar). Johan Teterissa wurde in erster Instanz zu lebenslangem Freiheitsentzug verurteilt, später wurde sein Strafmaß dann auf 15 Jahre Haft verkürzt. Das Gefängnis, in dem er festgehalten wird, liegt 2.500 Kilometer von dem Wohnort seiner Familie entfernt, so dass es seiner Familie kaum möglich ist, ihn zu besuchen. Während seiner Zeit in Haft hat Johan Teterissa einige gesundheitliche Probleme entwickelt, für die er keine angemessene medizinische Behandlung erhielt. Im November 2008 bezeichnete die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen die Haft von Johan Teterissa als willkürlich. Sie vertritt die Auffassung, das Verfahren von Johan Teterissa sei unfair gewesen und ihm sei die Freiheit entzogen worden, weil er seine Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit in friedlicher Weise wahrgenommen hat.
Mehr Info... · Download der Briefvorlage
[Versand als Luftpostbrief Standard (bis 20g), € 0,90 - Kopie an: Botschaft der Republik Indonesien, S. E. Herrn Fauzi Bowo, Lehrter Straße 16-17, 10557 Berlin, Fax: 030-4473 7142 oder als E-Mail]

Aserbaidschan

Die beiden 22-jährigen Aktivisten Bayram Mammadov und Giyas Ibrahimov befinden sich seit dem 10. Mai wegen angeblichen Drogenbesitzes in Haft. Die Festnahme erfolgte einen Tag nachdem Bayram Mammadov ein Foto bei Facebook gepostet hatte, das ein Graffiti zeigt, welches er und Giyas Ibrahimov am 9. Mai auf die Statue von Heydar Aliyev gemalt hatten. Heydar Aliyev ist der ehemalige Präsident Aserbaidschans und der Vater des derzeitigen Präsidenten Ilham Aliyev. Bei Giyas Ibrahimov und Bayram Mammadov handelt es sich um gewaltlose politische Gefangene, die aufgrund konstruierter Anklagen festgenommen wurden.
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[Versand als Luftpostbrief Standard (bis 20g), € 0,90 - Kopie an: Botschaft der Republik Aserbaidschan, S. E. Herrn Parviz Shahbazov, Hubertusallee 43, 14193 Berlin, Fax: 030-2191 6152 oder als E-Mail]

Südafrika

Seit 2008 nimmt die Müttersterblichkeit in der Gemeinde Mkhondo in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga immer weiter zu. Frauen sind dort während der Schwangerschaft und kurz nach der Entbindung einem erhöhten Risiko ausgesetzt, zu sterben, weil sie Leistungen im Bereich der Schwangerschaftsfürsorge aus verschiedenen Gründen nicht wahrnehmen können. Daten aus Südafrika belegen, dass fast 25 Prozent der vermeidbaren Todesfälle von Schwangeren und Frauen nach der Entbindung im Zusammenhang mit zu spätem oder unregelmäßigem Zugang zu vorgeburtlichen Gesundheitsleistungen stehen. Unter anderem werden die Frauen daran gehindert, solche Leistungen wahrzunehmen, weil es keine ausreichenden öffentlichen Verkehrsmittel gibt, oder diese zu teuer sind. In den Gesundheitseinrichtungen fehlt es oftmals an gut ausgebildetem Personal, und die Frauen und Mädchen befürchten, dass ihre Privatsphäre nicht gewahrt und die ärztliche Schweigepflicht nicht eingehalten wird. Zudem wissen sie häufig nicht, welche Vorteile die angemessene medizinische Versorgung während der Schwangerschaft mit sich bringt. Amnesty International konnte mit Öffentlichkeitsarbeit zu einigen positiven Entwicklungen beitragen. Um die Müttersterblichkeit in Mkhondo dauerhaft zu senken, muss jedoch noch weitaus mehr unternommen werden.
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[Versand als Luftpostbrief Standard (bis 20g), € 0,90 - Kopie an: Botschaft der Republik Südafrika, Herr Horst Heinrich Brammer, Gesandter (Geschäftsträger a.i.), Tiergartenstraße 18, 10785 Berlin, Fax: 030 - 22 07 31 90 oder als E-Mail]
Die Briefe des letzten Monates stehen noch hier online zur Verfügung.

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