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Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
(Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Art. 1)
amnesty international in Stuttgart - Gruppen 1049, 1532 und 1549

Erfolge

"Wer einen Menschen rettet, rettet eine ganze Welt"

Scheren sich Regierungen am anderen Ende der Welt darum, wenn wir auf dem Stuttgarter Marktplatz gegen Menschenrechtsverletzungen in ihren Ländern protestieren?
Ja!
Mit Beharrlichkeit, höflichen Briefen und vor allem mit der Unterstützung von Zehntausenden Menschen hat amnesty schon viel erreicht: Im Durchschnitt bringen die Briefe zugunsten einzelner Gefangener in rund 40 Prozent der Fälle spürbare Erleichterungen - vom Kontakt mit der Familie und/oder einem Anwalt bis zur Freilassung. Auch zeigen die Briefe durch ihre Menge Wirkung: Rund die Hälfte der gewaltlosen politischen Gefangenen kommt frei!

Menschenrechte brauchen Sie!

Koigi wa Wamwere
"Dass wir heute leben, liegt daran, dass Eure Bemühungen uns vor dem Galgen bewahrt haben. Dass unser Ansehen ungetrübt geblieben ist, liegt daran, dass Ihr den Mut gezeigt habt, unsere Unschuld anzuerkennen, und uns selbstbewusst gewaltlose politische Gefangene genannt habt. Unser Volk sagt: Ein Hund, der das Ufer erblickt, ertrinkt nicht. Dass ich das Ufer erreichte und nicht im Gefängnis ertrank, liegt daran, dass Ihr mir gewunken und mir das Ufer gezeigt habt." - Koigi wa Wamwere, Kenia

IRAN: Akbar Ganji ist endlich wieder frei!

Akbar Ganji
Der iranische Journalist und Regimekritiker war sechs Jahre lang eingesperrt. Im Juni 2005 trat er aus Protest gegen die ihm vorenthaltene medizinische Versorgung in einen 70-tägigen Hungerstreik. Das löste weltweiten Protest für die Freilassung des gewaltlosen politischen Gefangenen aus. Wir danken allen, die sich mit Appellen für Akbar Ganji eingesetzt haben.
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PAKISTAN: 100 Todesurteile aufgehoben

Irene Khan in Pakistan
Während ihres Besuchs in Pakistan brachte ai-Generalsekretärin Irene Khan auch die Lage von 100 zumTode verurteilten Häftlingen zur Sprache. Kurz darauf gab Präsident Musharraf bekannt, dass die Todesurteile in Gefängnisstrafen umgewandelt werden sollen. Diese wichtige Aktion verstärkt den weltweiten Trend, die Todesstrafe in der Praxis oder im Gesetz abzuschaffen. Video... (Real-Format)

MEXIKO: General Gallardo

General Gallardo
Am 7. Februar 2002 wurde General Gallardo, ein acht Jahre lang inhaftierter Gewissensgefangener, freigelassen. Zuvor hatte Staatspräsident Fox angeordnet, die Strafe auf die bereits verbüßte Zeit zu reduzieren. Gallardo war 1993 verhaftet worden, weil er Menschenrechtsverletzungen der mexikanischen Streitkräfte kritisiert und die Einsetzung eines Militär-Ombudsmanns für Menschenrechte verlangt hatte. 1994 adoptierte ai den General als Gewissensgefangenen. Mitglieder von amnesty international haben in einer jahrelangen Kampagne seine Freilassung verlangt und durch ihren Druck auf die Behörden zur Erreichung des Ziels beigetragen. General Gallardos Familie hat ihren Dank für unsere Unterstützung so ausgedrückt:
"Wir alle sind sehr glücklich, dass unser Vater freigelassen wurde, und sind amnesty international zutiefst dankbar. Ohne Ihre Unterstützung wäre die Freilassung meines Vaters nicht möglich gewesen."

TÜRKEI: Eren Keskin und Osman Baydemir

Eren Keskin, Rechtsanwältin und führende Menschenrechtsaktivistin, und Osman Baydemir, Vizepräsident einer Menschenrechtsorganisation, wurden wegen ihrer Aktivitäten wiederholt mit dem Tode bedroht. Keskin erhielt telefonische Todesdrohungen, außerdem drohte man ihr mit Vergewaltigung. Am 9. April erfuhr sie, ein in Konya verhafteter Mann habe gestanden, sie ermorden zu wollen. Baydemir wiederum wurde verfolgt und erhielt ebenfalls telefonische Todesdrohungen. Gendarmen in Zivil sollen ihn im November 2000 in Diyarbakir besucht und zu ihm gesagt haben:
Eren Keskin
"Wir haben die Geduld verloren. Es gibt viele Leute, zu denen wir nur zu sagen brauchen ,Töte!', dann töten sie." Nach einem urgent-action-Appell hörten die Todesdrohungen auf, und die beiden Menschenrechtsverteidiger baten ai, ihre Grüße und ihren Dank an all jene weiterzugeben, die sich an dem Appell beteiligt haben. Eren Keskin sagte:
"Ich bin seit zehn Jahren Menschenrechtsaktivistin, aber erst als ai die urgent action veröffentlicht hatte, schlugen die Behörden zum ersten Mal vor, mich und meinen Kollegen zu schützen. Ich weiß die Unterstützung der amnesty-Mitglieder für uns sehr zu schätzen und schicke ihnen meinen wärmsten Dank."

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO: Golden Misabiko

Golden Misabiko
Nach sieben Monaten Haft als Gewissens-gefangener wurde Golden Misabiko am 13. September 2001 ohne Anklage entlassen. Allerdings braucht er aufgrund der unter der Folter erlittenen gesundheitlichen Schäden noch heute medizinische Betreuung. Golden Misabiko bedankte sich bei allen, die zu seinen Gunsten Appelle geschrieben haben. Als er erfahren habe, dass amnesty eine Kampagne für ihn gestartet hatte, habe er gedacht: "Jetzt komme ich raus!"

USA: Gouverneur von Illinois hebt 167 Todesurteile auf

Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat Gouverneur George Ryan Mitte Januar 2003 alle Todesurteile im Bundestaat Illinois in lebenslängliche Haftstrafen umgewandelt. "Es hat sich gezeigt, dass Prozesse, in denen den Angeklagten Todesurteile drohen, willkürlich, unberechenbar und damit unmoralisch sind", erklärte Ryan. Der Gouverneur wandelte insgesamt 167 Todesurteile in lebenslängliche Haftstrafen ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Begnadigung um. Im Jahr 2000 hatte Ryan ein Hinrichtungsmoratorium für den Bundesstaat ausgesprochen, das in den USA eine Debatte um den Sinn der Todesstrafe auslöste. Ryan begnadigte Madison Hobley, Stanley Howard, Leroy Orange und Aaron Patterson, die zum Teil länger als zwölf Jahre in Todeszellen verbracht und immer wieder ihre Unschuld beteuert hatten. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in Illinois im Jahr 1977 waren 17 zum Tode verurteilte Gefangene wegen nachweislicher Unschuld freigelassen worden. Der neue Gouverneur Rod Blagojevich will das Hinrichtungsmoratorium zwar nicht antasten, hat jedoch erklärt, dass er nicht eingreifen werde, wenn neue Todesurteile verhängt würden. Allen SchreiberInnen von Briefen an G. Ryan gebührt großer Dank!

VR CHINA: Liu Di

Liu Di
Nach einem Jahr Haft wurde die Psychologiestudentin Liu Di Berichten zufolge am 28. November 2003 gegen Kaution aus der Haft entlassen. Die junge Frau stand unter Verdacht, die "öffentliche Sicherheit gefährdet" zu haben, weil sie unter dem Pseudonym "Maus aus Edelstahl" ("buxiugang laoshu") verschiedene Stellungnahmen im Internet veröffentlicht hatte. Liu Di hatte in den ersten vier Monaten ihrer Inhaftierung keinen Kontakt zur Außenwelt. Medienberichten zufolge wurde sie ermahnt, nicht mit ausländischen Journalisten zu reden, und die an ihre Freilassung geknüpften Bedingungen sehen vor, dass sie Peking nicht verlassen darf. Liu Dis Fall hat weltweit große Aufmerksamkeit erregt, und neben amnesty international haben sich auch zahlreiche weitere Menschenrechts-organisationen seit ihrer Inhaftierung am 7. November 2002 für sie eingesetzt. Im Januar und März 2003 wurden in China zwei Internet-Petitionen für ihre Haftentlassung gestartet, die von annähernd 3.000 Internetnutzern unterzeichnet wurden. Einige dieser Unterzeichner sind in der Volksrepublik China daraufhin festgenommen worden.

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