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Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
(Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Art. 1)
amnesty international in Stuttgart - Gruppen 1049, 1532 und 1549

Iran

Hinrichtung im Iran

In acht Jahren unter einem Reformpräsidenten sind die Hoffnungen vieler Iranerinnen und Iraner bitter enttäuscht worden: Fast alle Reformvorhaben sind am islamischen Wächterrat gescheitert. Aus Resignation blieben viele bei der letzten Wahl den Urnen fern. Zur Überraschung des Westens siegte der bis dahin politisch weitgehend unbekannte, ultrakonservative Hardliner Ahmadinedschad.

Für die Menschen dort bedeutet es, dass Menschenrechtsverletzungen weiterhin an der Tagesordnung und zum Teil sogar gesetzlich legitimiert sind: Frauen werden gesteinigt, wenn sie sexuelle Kontakte zu einem Mann haben, mit dem sie nicht verheiratet sind. Studierende werden wegen regimekritischer Äußerungen, die nicht genauer öffentlich zitiert werden, ins Gefängnis geworfen. Arabische Minderheiten werden unterdrückt und verfolgt. Minderjährige Straftäter werden öffentlich exekutiert.

Im Mai 2005 hat der streng konservative Justizminister Sharoudi erstmals öffentlich eingeräumt, dass in iranischen Gefängnissen und Polizeistationen gefoltert wird und versichert, dagegen vorgehen zu wollen.

Im Dezember 2004 hatte amnesty zwei Urteile publik gemacht, die einen Sturm der Entrüstung hervorriefen: Die geistig behinderte Leyla Mafi sollte gesteinigt werden, obwohl sie von ihrer Mutter zur Prostitution gezwungen worden war. Eine Briefflut hat ihr das Leben gerettet! Das Todesurteil ist aufgehoben worden, statt dessen ist die junge Frau zu einer Prügelstrafe verurteilt worden. Auch dagegen hat amnesty internationale Einspruch erhoben. Die geplante Hinrichtung einer anderen jungen Frau, Hajieh Esmailvand, konnte ebenfalls dank des nachdrücklichen Einspruchs aus aller Welt in letzter Minute abgewendet werden. Im Jahr 2004 sind in Iran mindestens 159 Todesurteile vollstreckt worden. Nur in China sind mehr Menschen von ihrem Staat getötet worden. Die UN hat Iran eindringlich ermahnt, seiner Verpflichtung nachzukommen, keine jugendlichen Täter mehr hinzurichten.


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