amnesty-Logo
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
(Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Art. 1)
amnesty international in Stuttgart - Gruppen 1049, 1532 und 1549

Fragen an amnesty international

Wie gelangt amnesty an ihre Informationen?

Glaubwürdigkeit ist die Grundlage der erfolgreichen Arbeit von amnesty international. Jede Information wird in einem siebenstufigen Verfahren auf seine Zuverlässigkeit überprüft. Jedes Indiz für Menschenrechtsverletzungen, das amnesty-Delegationen vor Ort recherchieren, muss einer dreifachen Gegenprüfung standhalten. amnesty übernimmt die volle Verantwortung für die von ihr veröffentlichten Berichte. Sie ist zu Richtigstellungen bereit, wenn diese sich in irgendeinem Punkt als unzutreffend erweisen sollten.

Ist amnesty politisch?

Der Schutz der Menschenrechte ist das einzige Ziel von amnesty international. Dies ist ein politisches Ziel, aber amnesty ist unparteiisch und spricht sich weder für, noch gegen irgendein politisches System aus. amnesty tritt auch nicht notwendigerweise für oder gegen Ansichten von Opfern von Menschenrechtsverletzungen ein. In jedem Fall geht es amnesty einzig und allein um die Wahrung ihrer Menschenrechte. Die politische Überzeugung der Opfer, der verantwortlichen Regierung oder Oppositionsgruppe spielen keine Rolle bei der Aufnahme eines Falls.

Wie finanziert sich amnesty?

Finanzielle Unabhängigkeit ist für amnesty international ebenso unerlässlich wie politische. amnesty wird von ihren Mitgliedern, Spendern und Förderern finanziert. Der überwiegende Teil der Einnahmen setzt sich aus kleinen Einzelspenden, Mitgliedsbeiträgen und Erlösen lokaler amnesty-Gruppenaktivitäten (z. B. Straßensammlungen, Benefizkonzerte, Kunstauktionen) zusammen. Strenge Regeln stellen sicher, dass entgegengenommene Gelder der Integrität und Unbestechlichkeit der Organisation nicht schaden. Spenden dürfen amnesty von keinem Gönner abhängig machen oder in ihrer Handlungsfreiheit einschränken. amnesty nimmt für ihr Budget kein Geld von Regierungen entgegen.

Was tut amnesty für die Vorbeugung?

Es reicht nicht, Menschenrechtsverletzungen zu kritisieren. Ermittlungsberichte von amnesty international sind Warnsignale. Sie mobilisieren die Weltöffentlichkeit. Sie machen Druck auf Regierungen in aller Welt, weiteres Leiden zu verhindern. Und rufen auch Sie zum Handeln auf. Menschenrechte sind kostbar. amnesty international treibt durch ihre Präsenz bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen die Verbesserung des internationalen Menschenrechtsstatus voran.

Wie steht amnesty zu militärischer Intervention bei bewaffneten Konflikten?

amnesty international spricht sich weder für noch gegen militärische Intervention bei bewaffneten Konflikten aus, nimmt in diesen Fällen also eine neutrale Position ein. amnesty beobachtet den Einsatz von Militär bei bewaffneten Konflikten aber sehr kritisch. So rief amnesty beispielsweise mit zunehmender Kriegsgefahr im Irak alle Konfliktparteien eindringlich auf, die Grundsätze des humanitären Völkerrechts strikt zu achten. Nach der Einnahme Bagdads entsandte amnesty unverzüglich Beobachter, um Berichten über Folterungen, Misshandlungen, ungesetzliche Tötungen und andere Menschenrechtsverletzungen nachzugehen.

Wie steht amnesty zum internationalen Waffenhandel?

Auch zunächst legal erworbene Waffen können durch dunkle Kanäle in die falschen Hände geraten. Deshalb fordert amnesty international die strikte Kontrolle und Transparenz aller Rüstungstransfers durch ein rechtlich verbindliches internationales Abkommen. Ein solches Abkommen soll einheitliche Standards für den Waffenhandel schaffen und alle Exporte verbieten, die zur Verletzung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts beitragen. Mehr...

Welche Länder haben die schlechteste Bilanz?

amnesty international bewertet Regierungen und Länder nicht nach ihrem Ruf in Sachen Menschenrechte. Geheimhaltung und Zensur verhindern häufig den freien Informationsfluss über Menschenrechtsverletzungen. amnesty vergleicht nicht, ob Opfer von Menschenrechtsverletzungen beispielsweise in Österreich oder China, in den USA oder im Sudan ein schlimmeres Los gezogen haben. amnesty will Menschenrechtsverletzungen ein Ende bereiten: In jedem einzelnen Fall.

Mischt sich amnesty nicht in die inneren Angelegenheiten eines Landes?

Der Schutz der Menschenrechte liegt in internationaler Verantwortung - der Verantwortung von uns allen. Diesen Grundsatz haben die Vereinten Nationen allgemein anerkannt. Regierungen müssen vor der Staatengemeinschaft ouml;ffentlich Rechenschaft über Maßnahmen zum Schutz der Rechte ihrer BürgerInnen ablegen. Internationale Organisationen haben das Recht, Fragen zu stellen und ihre Besorgnis auszudrücken, wenn die Rechte einzelner Menschen verletzt werden, amnesty arbeitet auf der Grundlage allgemeiner, von der internationalen Staatengemeinschaft verkündeter Menschenrechtsgrundsätze. amnesty verteidigt die Opfer, wenn ein Staat diese Grundsätze verletzt.

Welche konkrete Hilfe erhalten die Opfer?

amnesty international leistet mehr als die Mobilisierung der Weltöffentlichkeit: Eine Flut von Appellbriefen beeindruckt nicht nur Regierungen. Sie geben den Opfern das Gefühl, nicht vergessen zu sein. amnesty besucht Gefangene und organisiert medizinische Betreuung für Folteropfer. Ärztegruppen von amnesty setzen sich speziell für eine bessere Behandlung und ausreichende medizinische Versorgung von Gefangenen ein. Nach der Freilassung bemühen sie sich um Rehabilitation. Aus eigenen Hilfsfonds finanziert amnesty Nahrungsmittel, Kleidung und andere materielle Hilfe für Opfer und ihre Angehörigen.

Lohnt sich der Einsatz?

Seit 1961 hat sich amnesty international in mehr als 46.000 Fällen für ein oder mehrere Opfer von Menschenrechtsverletzungen eingesetzt. amnesty hilft spürbar: Gewaltlose politische Gefangene erhalten Hafterleichterungen, das Folterrisiko sinkt, viele Gefangene sind freigelassen worden. Aber amnesty nimmt nicht für sich in Anspruch, dass allein ihre Appelle zum Erfolg geführt haben. Die Wirksamkeit von amnesty lässt sich nicht nur in Zahlen messen: amnesty verankert die Menschenrechte auf der Tagesordnung von Medien, Parlamenten und Regierungen.

Was tun amnesty-Mitglieder für die Menschenrechte im eigenen Land?

Mitglieder und Gruppen von amnesty interantional arbeiten prinzipiell nicht zu Fällen von Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land und kommentieren diese auch nicht. Es gibt gute Gründe für diese Regel: Durch sie wird die Unabhängigkeit der Bewegung gewahrt. Sie stellt sicher, dass die amnesty-Aktivistinnen bei ihrer Arbeit für die Menschenrechte objektiv und politisch neutral bleiben. Dennoch sind amnesty-Mitglieder in nationalen Menschenrechtsfragen keineswegs untätig: Sie engagieren sich für die Abschaffung der Todesstrafe im eigenen Land. Sie machen Druck auf die eigene Regierung, internationale Verträge zum Schutz der Menschenrechte zu ratifizieren. Sie engagieren sich für Flüchtlinge, um diese vor der Abschiebung in Länder zu bewahren, wo sie als gewaltlose politische Gefangene inhaftiert, gefoltert oder hingerichtet werden könnten. Sie wirken in Programmen zur Menschenrechtserziehung an Schulen, Universitäten und Institutionen zur Ausbildung von Polizei und Militär mit.
<- Mehr über amnesty international
<- Allgemeine Informationen über amnesty international
Wir danken den amnesty-Gruppen in Bochum
für die tatkräftige Unterstützung bei dieser Seite!

Banner ai-Journal