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Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
(Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Art. 1)
amnesty international in Stuttgart - Gruppen 1049, 1532 und 1549

Nordkorea

Nordkorea hat ca. 23 Mio Einwohner auf 122.762qkm Staatsfläche. In der Hauptstadt Pjöngjang leben über 2 Mio Menschen. Staatsoberhaupt ist Kim Jong-il, mit einer fast uneingeschränkten Machtposition.

Der Fall

Kang Gun

Kang Gun, ein 36-jähriger Nordkoreaner, floh im Jahr 2000 aus Nordkorea und nahm die südkoreanische Staatsbürgerschaft an. Er arbeitete seitdem als Geschäftsmann in China und handelte mit Waren zwischen Nordkorea und China. Er wurde im März 2005 in China von nordkoreanischen Agenten entführt und nach Nordkorea verschleppt. Es wird vermutet, dass Kang Gun sich im Gefängnis des Nationalen Sicherheitsdienstes in der Hauptstadt Pjöngjang befindet. Er ist in akuter Gefahr, gefoltert oder hingerichtet zu werden. Mehr Info...
Helfen Sie Kang Gun! Appellieren Sie mit einem Protestbrief an die nordkoreanische Staatsführung!
Den Brief finden Sie hier.

Amnesty internationalveranstaltete 2004 eine weltweite Kampagne zum Hunger in Nordkorea. Dabei forderte AI die Regierung auf, das Recht auf Freiheit von Hunger zu gewährleisten und die Nahrungsmittelknappheit nicht als Instrument der Unterdrückung einzusetzen. Außerdem sollten ausländische Hilfslieferungen nicht behindert, UNO-Menschenrechtsgremien ins Land gelassen, die Todesstrafe abgeschafft und Meinungs- und Reisefreiheit zugelassen werden.

Die Menschenrechtslage

Das diktatorisch regierte Nordkorea ist eines der isoliertesten Länder der Welt. Eine politische Opposition wird nicht geduldet. Es wird immer wieder von systematischen, weit verbreiteten und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen berichtet.

In Nordkorea herrscht Nahrungsmittelknappheit. Millionen von Nordkoreaner leiden unter Hunger und chronischer Unterernährung, die zu gravierenden Mangelerscheinungen führen; auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ungenügend. Aus dieser Not heraus sind Tausende gezwungen, die Grenze „illegal“ nach China zu überqueren. Nach ihrer erzwungenen Rückkehr haben sie mit harten Verhören (auch Schlägen) und Haftbedingungen (bis zu 10 Jahren) zu rechnen. Hungernde werden für den Diebstahl von Brot öffentlich hingerichtet oder sie verschwinden mit ihren Familien in Arbeitslagern. Gleichzeitig setzt die Regierung mit der Nahrungsmittelknappheit die Bevölkerung unter Druck, indem sie die Zuteilung der Hilfslieferung vom politischen Wohlverhalten der Menschen abhängig macht. Die „feindliche Klasse“ wird am Rande des Verhungerns gehalten, sie wird also als Waffe eingesetzt den politischen Gegner zu bekämpfen.

Haftbedingungen: Es gibt Berichte über zahlreiche politisch motivierte Inhaftierungen, Misshandlungen, Folterungen und öffentliche Exekutionen. In den extrem überbelegten Strafanstalten kam es auch zu Todesfällen durch die Mangelernährung. Frauen sind besonders erniedrigenden Haftbedingungen ausgesetzt.

Verwehrter Zutritt zum Land: Zugang zum Land und Austausch von Informationen mit dem Ausland bleibt in hohem Maße eingeschränkt.

Beschneidung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit: Die Pressefreiheit ist extrem eingeschränkt. Die Regierung unterdrückt jede Opposition und kontrolliert die Nachrichtenmedien. Wer eine abweichende Meinung vertritt, landet im so genannten „Umerziehungslager“ (auch mit Familienangehörigen). Personen, die ausländische Rundfunksender hörten, mussten mit schweren Strafen rechnen. Praktizierende Christen werden interniert.

Nordkoreaner suchen aufgrund der schwierigen Verhältnisse in ihrem eigenen Land Asyl über ausländische Vertretungen in China oder in Vietnam.

Dokumente

Karte Nordkorea
Karte: WIKIPEDIA-Artikel Nordkorea. Quelle Originalbild: Hier. Autor Kokiri, Lizenz: GFDL.

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