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Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
(Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Art. 1)
amnesty international in Stuttgart - Gruppen 1049, 1532 und 1549

Kang Gun

Kang Gun

Der 36-jähriger Nordkoreaner Kang Gun, floh im Jahr 2000 aus Nordkorea und nahm die südkoreanische Staatsbürgerschaft an. Er arbeitete seitdem als Geschäftsmann in China und handelte mit Waren zwischen Nordkorea und China.
Im Februar 2004 konnte Kang Gun geheimes Filmmaterial aus dem Arbeitslager für politische Häftlinge Yodok in der nordkoreanischen Provinz Süd-Hamkyung herausschmuggeln. Dieses Material wurde später im japanischen Fernsehen gezeigt.

Kang Gun betätigte sich außerdem als Fluchthelfer für Nordkoreaner, die aufgrund der Hungersnot in ihrem Heimatland versuchen, über die VR China nach Südkorea zu gelangen. In den nordöstlichen Provinzen Chinas leben sie unter erbärmlichen Verhältnissen als „Illegale“ in der Grenzregion. Sie erhalten weder Schutz noch Unterstützung vom chinesischen Staat und sind der Gefahr körperlicher und sexueller Ausbeutung ausgesetzt. Die chinesischen Behörden haben dem Vernehmen nach Hunderte von ihnen gegen ihren Willen nach Nordkorea „rückgeführt“, wo ihnen die Festnahme, Verhöre, Folter und Misshandlungen sowie langjährige Gefängnisstrafen drohen. Nach nordkoreanischem Recht wird der „illegale Grenzübertritt“ mit bis zu drei Jahren Haft in einem Straflager für politische Häftlinge bestraft. Dies ist ein klarer Verstoß gegen das Grundrecht auf Bewegungsfreiheit des Artikel 12 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, den Nordkorea unterzeichnet hat.

Im März 2005 hielt sich Kang Gun in China auf. Nachdem er von einem seiner nordkoreanischen Kontakte einen Warn-Tipp bekommen hatte, reiste er in die Stadt Longjing in der nordostchinesische Provinz Jilin.
Er wurde jedoch dort von nordkoreanischen Agenten ergriffen und nach Nordkorea verschleppt. Es wird vermutet, dass Kang Gun sich im Gefängnis des Nationalen Sicherheitsdienstes in der Hauptstadt Pjöngjang befindet. Er ist in akuter Gefahr, gefoltert oder hingerichtet zu werden. Weil Kang Gun früher ein Offizier mittlerer Hierarchie des Nationalen Sicherheitsdienstes gewesen sein soll, ist damit zu rechnen, dass er besonders grausam behandelt wird. Kang Gun ist einer von mindestens sechs Nordkoreanern mit südkoreanischer Staatsbürgerschaft, die in China von nordkoreanischen Agenten entführt wurden. Die chinesischen Behörden unternehmen nichts gegen diese Entführungen auf chinesischem Boden. Sie bezeichnen die Verschleppungen durch den Nationalen Sicherheitsdienst Nordkoreas als „freiwillige Rückkehr“ oder als „Verschleppungen auf nordkoreanischem Hoheitsgebiet“. Auch Südkorea unternimmt bisher nichts für seine entführten Staatsbürger nordkoreanischer Herkunft sondern verweist darauf, dass man sich auf die Ermittlungen der chinesischen Behörden verlassen müsse.

Amnesty international fordert von der nordkoreanischenRegierung unter Diktator Kim Jong-il:

Protestieren Sie!
Einen Appellbrief an die nordkoreanische Staatsführung finden Sie hier.


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