Besucht im Lindenmuseum unseren Vortrag zu Menschenrechtsverletzungen in der Textilindustrie und nehmt an der anschließenden Diskussion teil. Begleitend findet ihr uns den ganzen Tag am Infostand im Lindenmuseum.
Worum wird es gehen:
Seit Jahren wird über Menschenrechtsverletzungen in der Textilindustrie berichtet. Kürzlich hat Amnesty International erneut schwere Verletzungen der Rechte von Textilarbeiter*innen in Bangladesh, Indien, Pakistan und Sri Lanka aufgedeckt: Gewerkschaftsrechte werden unterdrückt, Lohndumping, unsichere und gefährliche Arbeitsplätze, Belästigungen und Mehrfachdiskriminierung sind an der Tagesordnung. Betroffen sind vor allem Frauen. Übergriffe finden in der gesamten Wertschöpfungskette von Rohstoffen über Verarbeitung, Produktion bis zum Handel statt. Verantwortlich ist die Textilwirtschaft, die für ihre Profite Menschenrechte ignoriert: Firmen vor Ort, aber auch globale Modemarken. Verantwortlich sind auch Regierungen, die keine Maßnahmen für die Rechte der Arbeiter*innen ergreifen. Daher fordert Amnesty Regierungen auf, endlich verbindliche menschenrechtliche, umwelt- und klimabezogene Sorgfaltspflichten für Unternehmen und Abhilfe für Betroffene durchzusetzen.
Informationen zum Referenten:
Dr. Mathias John, Jahrgang 1957, arbeitet seit 1980 ehrenamtlich bei Amnesty International zu den Themengebieten Wirtschaft und Menschenrechte sowie Rüstung und Menschenrechte. Er ist Sprecher der Koordinationsgruppe Wirtschaft, Rüstung und Menschenrechte und war von 2015 bis 2021 im Vorstand von Amnesty International Deutschland zuständig für Länder- und Themenarbeit.
Im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte begleitet Mathias John die nationale und internationale Diskussion um verbindliche Regeln und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten entlang der Wertschöpfungsketten intensiv seit Anfang der 90er Jahre. Schwerpunkt sind dabei Verantwortung von Wirtschaftsunternehmen für Menschenrechte, (Ressourcen)Konflikte und wirtschaftliche Aktivitäten, UN Global Compact und die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Mathias John war als Vertreter von Nichtregierungsorganisationen Mitglied des 1999 eingerichteten Vierseitigen Arbeitskreises Wirtschaft und Menschenrechte beim damaligen Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und von 2007 bis Mitte 2016 Mitglied im Lenkungskreis des Deutschen Global Compact Netzwerkes als Vertretung zivilgesellschaftlicher Organisationen.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Untersuchung von Auswirkungen konventioneller Rüstungstransfers und Dual Use-Exporte auf die Menschenrechte. Als Rüstungsexperte hat Mathias John an Untersuchungen und Berichten von Amnesty International mitgearbeitet und in Deutschland maßgeblich die erfolgreiche Kampagne für den internationalen Waffenhandelsvertrag begleitet.